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Aktualisierter Satelliten-Vergleich

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Wenn ich hier über Satellitenbilder schreibe, konzentriere ich mich meist auf offene Datenquellen. Ich nutze jedoch jetzt mal den Start eines neuen kommerziellen Erdbeobachtungs-Satelliten durch DigitalGlobe früher am heutigen Tag als Gelegenheit, mein schon früher mal gezeigtes Satelliten-Vergleichs-Schaubild zu aktualisieren.

Zusätzlich zu WorldView-4 habe ich auch die Terra Bella SkySat-Konstellation ergänzt. Diese Satelliten nutzen ein interessantes Sensor-Konzept und sollen die bisher einmalige Fähigkeit besitzen, Videos aufzuzeichnen. Über die operativen Pläne für diese Satelliten ist jedoch bisher sehr wenig öffentlich bekannt.

Ich habe auch eine zusätzliche Spalte ergänzt mit dem täglichen Aufzeichnungs-Volumen der verschiedenen Systeme in Quadratkilometern. Die am häufigsten beworbene Fähigkeit von Satelliten neben der räumlichen Auflösung liegt in der möglichen Aufzeichnungs-Frequenz (revisit frequency), welche angibt, wie oft der Satellit jeden beliebigen Punkt der Erdoberfläche aufzeichnen kann. Ein mögliches Aufzeichnungs-Intervall von einem Tag bedeutet jedoch nicht, dass das System eine tägliche Komplettaufzeichnung der gesamten Erdoberflächen bieten kann. Das Aufzeichnungs-Volumen gibt an, welche Fläche tatsächlich an einem Tag erfasst werden kann. Dabei gibt es zwei Varianten: das potentielle Volumen (in rot gekennzeichnet) welches oft ein mehr oder weniger theoretischer Wert ist und das praktisch tatsächlich im Betrieb erfasste Volumen (in blau). Bei den kommerziellen Satelliten basiert beides natürlich auf Angaben des Betreibers.

Für die hochauflösenden Systeme mit offenen Daten basieren die Zahlen auf Durchschnittswerten der tatsächlichen Aufzeichnung. Bei Sentinel-2 ist das ein wenig schwierig zu ermitteln, so dass ich als Grundlage hier die durchschnittlich 14 Minuten Aufzeichnung pro Orbit verwendet habe, wie sie in den jüngsten Statusberichten im Durchschnitt angegeben ist. Bei den kontinuierlich aufzeichnenden niedrig auflösenden Systemen basieren die Zahlen zwecks Vergleichbarkeit auf einer Aufzeichnung über dem halben Orbit, obwohl die langwelligen Kanäle natürlich auch auf der Nachtseite aufgezeichnet werden.

Allgemein scheinen die Marketing-Abteilungen der Satellitenbetreiber oft viel Spaß damit zu haben, durch geschickte Kombination solcher Zahlen einen besonders leistungsfähigen Eindruck zu erwecken. Es ist deshalb gut als Vergleich ein paar Dinge im Hinterkopf zu behalten: Die Landflächen der Erde sind zusammen etwa 150 Millionen Quadratkilometer groß. Landsat 8 nimmt diese fast vollständig (mit Ausnahme der Bereiche jenseits von 82.66 Grad Breite) alle 16 Tage auf, jedoch nur ganz knapp. Um dies zu tun werden jeden Tag 25 Millionen Quadratkilometer erfasst oder in dem 16-Tage-Intervall 400 Millionen Quadratkilometer. Da sind natürlich ein paar Nacht-Aufnahmen mit dabei und auch eine ganze Menge Meeresflächen durch die Breite des Aufzeichnungs-Streifens und die Bindung an die festen WRS2-Kacheln. Trotzdem illustriert dies, dass man deutlich mehr als die 150 Millionen Quadratkilometer aufnehmen muss, um tatsächlich die Landflächen vollständig zu erfassen, in erster Linie aufgrund der unvermeidlichen Überlappungen in den Orbits und den Aufzeichnungs-Geometrien.

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