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Das „Green Marble“-Mosaik

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Ich freue mich hier das globale „Green Marble“-Satellitenbild-Mosaik vorzustellen. Ich habe zuvor schon erste Ausschnitte davon in Europa und der Arktis gezeigt. Es hat einige Zeit gedauert, dies für den gesamten Planeten zu vervollständigen, aber dies ist jetzt abgeschlossen und das komplette Bild ist verfügbar.

Wie bereits in den früheren Beiträgen erläutert, zeigt dieses Bild die Erdoberfläche zum Zeitpunkt des Vegetations-Maximum bzw. wenn Schnee und Eis die geringste Ausdehnung aufweisen. Dies ist überall auf dem Planeten verschieden, so dass das Bild als Ganzes keinen Zustand zeigt, den man in der Realität zu irgendeinem konkreten Zeitpunkt wiederfinden kann. Es handelt sich viel mehr um einen typischen Eindruck jeder einzelnen Region, denn was wir als repräsentatives Erscheinungsbild erachten, ist gewöhnlich nicht das Aussehen im Winter oder während der Trockenzeit.

Bei der Beurteilung anderer Satellitenbildzusammenstellungen habe ich in der Vergangenheit die Arbeiten von Google und Mapbox für die recht bescheidenen Ansätze zur Entfernung der Wolken kritisiert. Es ist also nur fair, wenn ich hier demonstriere, dass ein vollständig wolkenfreies Bild tatsächlich möglich ist. Das Problem bei den Wolken ist, dass sich der Aufwand für ihre Entfernung ein wenig wie bei der 90-90-Regel verhält. Ein zu 99 Prozent wolkenfreies Bild zu produzieren ist recht einfach, wirklich schwierig ist erst das restliche Prozent. Man kann jetzt natürlich hingehen und diese verbliebenen Wolken einfach wegretuschieren – das wäre jedoch ein bisschen Schummelei und die betroffenen Bereiche würden nicht mehr die tatsächliche Farbe der Erdoberfläche zeigen. Die Landflächen in diesem Bild basieren zu 100 Prozent auf lokalen Messdaten – bei den Ozeanen ist das nicht vollständig der Fall, hier arbeite ich mit einer Menge Überblendung und Inpainting. Trotzdem basieren auch die Meere in ihrer Farbe auf Satellitendaten und sind nicht nur eine abstrakte, gemalte Darstellung.

So weit ich weiss ist dies nicht nur das erste vollständig wolkenfreie Bild des Planeten, sondern auch das erste Bild, welches tatsächlich die gesamte Erdoberfläche auf Basis gemessener Farben darstellt. Sowohl die Blue Marble 2002, als auch die Blue Marble next generation enthalten Bereiche nördlich von 80 Grad Breite nicht, die BMNG zeigt außerdem die Ozeane in einheitlicher Farbe und ohne Meereis und die BM 2002 enthält nur eine abstrakte, einfarbige Darstellung des Eises. Der Mapbox Cloudless Atlas stellt wie die BMNG nicht die Ozeane jenseits der küstennahen Bereiche dar und es fehlen eine ganze Reihe von Inseln.

Bei der Arbeit an dieser Bildzusammenstellung ist mir aufgefallen, dass man hierbei ein ein vollkommen neues Verständnis von vielen Teilen des Planeten entwickelt. Normalerweise hat man bei der Visualisierung einer Region maximal eine Handvoll verschiedener Bilder von unterschiedlichen Jahreszeiten zur Hand. Bei der Produktion eines Bildes wie diesem arbeitet man in jedem Teil des Planeten mit mehreren hundert Einzelbildern und erhält so ein weit umfassenderes Bild von der Dynamik des jeweiligen Gebietes.

Das „Green Marble“-Mosaik ist auf services.imagico.de zur Lizenzierung verfügbar. Dort findet sich auch eine Version in reduzierter Größe unter CC-Lizenz zum testen und für Anwendungen mit geringer Auflösung.

Und schließlich – um es nicht zu vergessen – die Datenbasis für all dies sind MODIS Satellitendaten, welche vom USGS bereitgestellt werden.

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