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landsat_ssafrica_crop5.ann
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Mosaike von der südlichen Hemisphäre

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Auf services.imagico.de finden sich zwei neue wolkenfreie Satellitenbild-Mosaike, beide von Gebieten der südlichen Hemisphäre und größtenteils auf Basis von Daten des Sommers 2015/2016.

Südgeorgien

Südgeorgien ist eine subantarktische Insel im südlichen atlantischen Ozean nördlich der antarktischen Halbinsel. Sie findet in letzter Zeit recht oft Erwähnung in den Medien, denn wir haben das hundertjährige Jubiläum der Endurance-Expedition von Ernest Shackleton und die bemerkenswerte Fahrt im offenen Boot von Elephant Island nach Südgeorgien fand vor exakt 100 Jahren statt (vom 24. April bis zum 10. Mai 1916).

Diese Bildzusammenstellung basiert vor allem auf Bildern des vergangenen Sommers, enthält jedoch teils auch ältere Bilddaten der vergangenen Jahre. An der Südküste kann man eine Reihe größerer Eisberge von antarktischer Herkunft erkennen, was auch im Sommer ein häufiges Bild dort ist und welche ich deshalb im Bild gelassen habe. 1916 ist Shackleton in der King Haakon Bay angekommen, das ist die große Bucht an der westlichen Südküste (welche 1916 aufgrund größerer Gletscher-Ausdehnung vermutlich noch deutlich kleiner war). Er hat dann das Innere der Insel durchquert um die Walfang-Stationen bei Stromness Bay zu erreichen – das Gebiet sieht man in folgendem Ausschnitt:

Mehr Informationen und Beispiele finden sich wie üblich auf services.imagico.de.

Der Südens Afrikas

Da der Sentinel-2A-Satellit mittlerweile über fast ein halbes Jahr regelmäßig Bilder liefert habe ich mich nach einem geeigneten Gebiet umgeschaut, um meine Satellitenbild-Mosaik-Techniken in realistischem Maßstab an Sentinel-2-Daten zu erproben. Ich habe hierfür den Süden des afrikanischen Kontinents ausgewählt. Das ist eine recht naheliegende Wahl, denn der Zeitraum für den Sentinel-2-Daten derzeit verfügbar sind ist der südhemisphärische Sommer, Afrika ist in den Erfassungsplänen von Sentinel-2 routinemäßig abgedeckt und die Wolkensituation ist in dieser Region im Sommer hinreichend unproblematisch so dass es nahezu möglich ist, ein wolkenfreies Bild ausschließlich mit Daten dieser Saison zu produzieren.

Ich schreibe nahezu möglich, denn ich habe für einige kleinere Stellen, insbesondere im Nordosten, auf Landsat-Daten zurückgegriffen. Dies gab mir auch die Chance, die Kombination von Landsat-8 und Sentinel-2-Daten zu testen.

Da ich nicht zusätzlich auch ein reines Landsat-Mosaik produziert habe – dies wäre zwar möglich gewesen, jedoch ohne großen praktischen Mehrwert – sind meine Beobachtungen zu den Schwierigkeiten der Verwendung von Sentinel-2-Daten hier natürlich nicht sehr zuverlässig. Die interessanteste Frage hierbei ist, in wie fern die größeren Einzelbilder von Sentinel-2 hier grundsätzlich Vor- oder Nachteile haben. Normalerweise würde man annehmen, dass mit größeren Bildern und damit einer geringeren Anzahl von Bildern insgesamt (hier etwa 80) der Aufwand für die Zusammenstellung sinkt. Bei einem stark automatisierten System wie bei mir ist dies jedoch nicht wirklich der Fall. In Wirklichkeit bringen die größeren Bilder auch größere Probleme mit Inkonsistenzen zwischen den Einzelbildern mit und die Zusammenstellung ist verschwenderischer in Bezug auf die Daten. Aus meiner Sicht kompensieren diese Nachteile klar die sonstigen Vorteile von größeren kontinuierlichen Bildern, so dass insgesamt die Mosaik-Produktion nicht einfacher ist als mit Landsat. Zusätzlich bewirkt die aufgeteilte Struktur der Sentinel-2-Daten (siehe mein Bericht dazu) natürlich zusätzlichen Aufwand bei der Datenverarbeitung durch Redundanzen zwischen den Teilen, wenn man wie hier größere Zusammenstellungen produziert.

Da derzeit nur recht wenig Sentinel-2-Daten verfügbar sind ist dieses Mosaik – obwohl es bezüglich Wolkenfreiheit meinen übliche Standards entspricht nicht ganz vergleichbar mit meinen Landsat-Zusammenstellungen was die Darstellung des Vegetations-Maximums betrifft. Da die Bilder vom Sommer stammen, erscheinen Gebiete mit ausgesprochenem Frühlings-Wachstum, insbesondere die Westkap-Region, weniger grün als im Green-Marble-Bild.

Und durch das geringe verfügbare Datenvolumen ist auch das Bild insgesamt etwas heterogener im Erscheinungsbild, was vor allem in Form von leichten Streifen-Strukturen und Stufen in den Farben sichtbar ist.

Besuchen Sie die Seite dieses Bildes auf services.imagico.de für zusätzliche Informationen und Beispiele.

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