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Riffe und Strände im OpenStreetMap-Standard-Kartenstil

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Die jüngste Version des OpenStreetMap-Standard-Kartenstils enthält eine Änderung von mir, welche die Darstellung einiger Küsten-Elemente verbessert.

Zunächst werden jetzt Gebiete mit dem Attribut natural=reef (Riff) mit einem blauen Punktmuster dargestellt:

Riffe in OpenStreetMap sind Teile des Meeresgrundes, welche nahe der Oberfläche liegen und deshalb entweder Hindernisse/Gefahren für die Seefahrt darstellen oder Gebiete von besonderem ökologischem oder touristischem Wert sind.

Ein häufiger Fehler bei der Erfassung von Riffen in OpenStreetMap besteht im Moment darin, dass Riffe um Inseln herum oft über die Insel hinweg erfasst werden. Dies ist mit der neuen Darstellung gut zu sehen und kann dann leicht korrigiert werden.

Da Riffe unterhalb der Wasseroberfläche liegen, sind sie nicht immer in den üblichen Bilddaten-Quellen mit abgedeckt. Im Prinzip kann man jedoch Riffe, insbesondere Korallenriffe in tropischen Gewässern, oft recht gut in Satellitenbildern sehen.

Eine weitere Verbesserung betrifft die Darstellung von Stränden (natural=beach ) – sie werden jetzt je nach surface-Attribut mit unterschiedlichem Muster dargestellt – ein feines Punktmuster steht für surface=sand, ein gröberes Muster wird für andere Werte verwendet.

Strand mit surface=sand

Strand mit surface=pebbles

Noch ein paar allgemeine Bemerkungen zur Erfassung von Stränden in OpenStreetMap – denn dies wird oft nicht ganz richtig gemacht. Die definierende Eigenschaft von Stränden ist, dass sie von Wellen geformt werden. Dies bedeutet, dass sie immer aus losem Material bestehen – Korngrößten irgendwo zwischen feinem Sand und grobem Geröll. Felsküsten und durch Vegetation stabilisierte Uferbereiche sind keine Strände. Im Prinzip gibt es Strände auch an Seen, jedoch sind sie dort meist recht schmal. Künstlich aufgeschüttete Strände sind im Allgemeinen keine Strände im engeren Sinne, werden jedoch in OpenStreetMap im Allgemeinen als solche erfasst.

In der Ausdehnung wird ein Strand am unteren Ende dort begrenzt, wo die Wellen beginnen zu brechen. Am oberen Ende reicht der Strand so weit wie das Wasser bei Sturm. Dies bedeutet, dass sich der Strand gewöhnlich über die Küstenlinie erstreckt. Derzeit ist der Standard-Kartenstil jedoch nicht in der Lage, die Teile oberhalb und unterhalb der Küstenlinie unterschiedlich darzustellen. Küstendünen sind nicht Bestandteil des Strandes, wenn unbewachsen sollten diese als natural=sand erfasst werden.

Da Strände immer von Wellen geformt werden, sind sie generell deutlich geneigt. Hierdurch ist ihre Breite typischerweise nicht größer als ein paar hundert Meter. Größere flache Bereiche, welche abhängig von den Gezeiten mal unter, mal über Wasser liegen sollten als natural=wetland + wetland=tidalflat erfasst werden.

Schließlich werden jetzt auch Gebiete mit dem Attribut natural=shoal (Sandbänke) wie Strände dargestellt. Sandbänke bewegen sich konzeptionell irgendwo zwischen Riffen und Inseln, sie ragen weit genug auf um zumindest bei Niedrigwasser sichtbar zu ein, sind jedoch so flach, dass sie zumindest gelegentlich durch Wasser überspült werden.

Zur Zusammenfassung hier ein paar Kurz-Definitionen dieser und verwandter Attribute:

  • natural=reef – Erhebung, welche permanent unter Wasser liegt.
  • natural=shoal – Erhebung, welche bei Niedrigwasser trocken liegt, jedoch zumindest gelegentlich überschwemmt wird.
  • natural=wetland + wetland=tidalflat – Flacher, unbewachsener Bereich in der Gezeitenzone, welcher aus Sand oder Schlick besteht.
  • natural=beach – unbewachsener Küstenbereich aus losem Material, welcher durch Wellen geformt wird.
  • natural=sand – unbewachsener Sand beliebigen Ursprungs, welcher kein Strand und keine Sandbank ist.
  • natural=shingle – unbewachsener Bereich mit durch Wasser gerundetem und sortiertem Kies/Geröll, üblicherweise an Flüssen.
  • natural=scree – unbewachsener Bereich mit Felsschutt, entstanden durch Verwitterung.

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